PNRR - Bozen Leakage Management Project
Bozen Leakage Management Project:
ein entscheidender Schritt für die nachhaltige Wasserwirtschaft in Bozen
Dank des Erhalts von Mitteln aus dem Nationalen Konjunkturprogramm (PNRR) kann das Projekt „Bozen Leakage Management Project“ in Angriff genommen werden - ein Projekt, das auf die Reduzierung der Verluste im Wasserverteilungsnetz, die Digitalisierung und Optimierung der Netzüberwachung abzielt. Dieser ehrgeizige Plan sieht eine Reihe von Eingriffen in das Bozner Wassernetz im Gesamtwert von ca. 12 Millionen Euro vor, von denen ca. 8 Millionen aus dem PNRR-Fonds fließen werden.
Das sind die Schwerpunkte des Projekts:
- Einführung eines neuen GIS-Systems, mit dem detailliertere und zuverlässigere Analysen der Netzstatistiken durchgeführt werden können, um die Kampagnen zur Erneuerung/Verbesserung der Netze in Zukunft noch gezielter zu steuern.
- Netzbezirksbildung und nächtliche Mindestdurchflussüberwachung: Schaffung eines kontinuierlichen Überwachungssystems, das eine Unterteilung des Netzes in Bezirke ermöglicht, für ein gezielteres Management von Wasserdruck und von Leckagen in den einzelnen Abschnitten.
- Aktive Suche nach Wasserlecks: Es ist geplant, die derzeit im gesamten Wassernetz laufende Leckortung mit einem kombinierten Ansatz aus klassischen (akustischen) und innovativen Methoden (z.B. Radar, Satelliten-/Luftbildaufnahmen und kosmische Strahlung) zu integrieren.
- Hydraulische Modellierung des Wassernetzes: Es wird ein hydraulisches Modell des Netzes entwickelt und kalibriert, das die Optimierung des Betriebs des Wasserleitungsnetzes, durch die Entwicklung von Projekten zur Verringerung der Anfälligkeit in Situationen von Wasserstress und zur Handhabung des Drucks, ermöglichen wird.
- Außerordentliche Instandhaltungsarbeiten, die den Austausch von einigen alten Netzabschnitten beinhalten, z.B. in der Weinegg-Straße, im Köstenweg, im Bozner Boden Weg, in der Rentscher Straße und in Unterleitach sowie in Kardaun.
- Austausch von Wasserzählern durch „Smart Meter“: Austausch des gesamten Zählerparks in der Stadt Bozen (ca. 13.300) durch intelligente Zähler mit Fernauslesung (Smart Meter) zur effizienteren und transparenteren Erfassung des Wasserverbrauchs.
Projektfortschritt (Stand März 2026)
Anlässlich des Weltwassertages (22. März) gibt die SEAB AG offiziell den Abschluss des „Bolzano Leakage Management Project“ (BLMP) bekannt. Das Projekt, das zum Großteil aus Mitteln des Nationalen Aufbau- und Resilienzplans (PNRR) finanziert wurde, markiert einen technologischen Wendepunkt für das Bozner Wassernetz und verwandelt es in ein intelligentes, resilientes und nachhaltiges System.
Das Vorhaben mit einem Gesamtvolumen von rund 12 Millionen Euro (davon ca. 8 Millionen Euro aus dem PNRR-Fonds) wurde unter strikter Einhaltung des Zeitplans abgeschlossen. Damit erhält die Stadt eine hochmoderne Infrastruktur im Kampf gegen Wasserverluste und die ersten Ergebnisse sind bereits messbar.
Ein digitales und prädiktives Wassernetz
Das Herzstück des Projekts war die vollständige Digitalisierung des Netzes. Dank der Implementierung eines neuen GIS-Systems und eines hydraulischen Netzmodells ist SEAB nun in der Lage, Wasserstress-Szenarien zu simulieren, Drücke dynamisch zu steuern und Wartungseingriffe effektiv und effizient zu planen.
Die Säulen des BLMP-Projekts:
- Smart Metering: Stadtweit wurden 13.300 intelligente Zähler (Smart Meter) installiert. Diese Geräte ermöglichen nicht nur eine effiziente und transparente Fernauslesung, sondern melden auch frühzeitig Anomalien oder versteckte Leckagen in Gebäuden und im Netz.
- Distriktualisierung und Monitoring: Das Wassernetz wurde in Distrikte unterteilt, die ständig überwacht werden. Dieses System erlaubt eine gezielte Druckverwaltung und die schnelle Identifizierung von Bereichen, in denen gezielte Kampagnen zur Lecksuche durchgeführt werden müssen.
- Fortschrittliche Technologien zur Lecksuche: Neben traditionellen Methoden hat die SEAB innovative Technologien wie Satelliten- und kosmische Strahlungsmessungen verglichen und hohe Kompetenzen in diesem Bereich erworben. Die Reparaturarbeiten betrafen sowohl das Hauptnetz als auch die Hausanschlüsse, wodurch die Wirksamkeit der Eingriffe maximiert wurde.
- Erneuerung der Infrastruktur: Wichtige außerordentliche Instandhaltungsarbeiten wurden in kritischen Zonen wie der Rentscher Straße, dem Bozner Boden, der Weineggstraße, dem Kastanienweg und in Kardaun abgeschlossen, wobei veraltete Rohrabschnitte ersetzt wurden.
Bisher konnten durch die umgesetzten Maßnahmen die prozentualen Wasserverluste von 32,07 % im Jahr 2023 (dem Jahr vor Projektbeginn) auf 23,97 % (berechnet auf der Wasserbilanz 2025) gesenkt werden. Weitere Reduzierungen sind bereits absehbar.
Die Stimme der Technischen Direktion
„Der Abschluss des Bolzano Leakage Management Project stellt einen Meilenstein für die technologische Entwicklung unserer Infrastrukturen, der verfügbaren Instrumente und der technischen Kompetenzen dar“, erklärt Ing. Stefano Sacchi, Technischer Direktor der SEAB AG, der alle Phasen des Plans persönlich koordiniert hat. „Dank des PNRR haben wir eine traditionell verwaltetes Wassernetz in ein ‚proaktives‘ und digitales System verwandelt: Heute sind wir in der Lage, das Netz in Echtzeit zu überwachen und zeitnah sowie effektiv einzugreifen. Es war eine immense Teamleistung, die die Einführung innovativer Technologien mit komplexen Projekten vereint hat – mit dem einzigen großen Ziel, jeden einzelnen Tropfen der wertvollsten Ressource Bozens zu schützen.“
Ein Einsatz für künftige Generationen
Mit dem Abschluss des BLMP-Projekts bestätigt die SEAB ihre Mission: die Verbesserung von Instrumenten und Kompetenzen, um den Wasserkreislauf mit höchster Sorgfalt und Innovation zu verwalten. Ein effizienteres Netz bedeutet nicht nur eine wirtschaftliche Ersparnis, sondern ist ein Akt der ökologischen Verantwortung, um die Wassersicherheit Bozens auch für kommende Generationen zu gewährleisten.
