Gemeinde und SEAB: Gemeinsam für mehr Sauberkeit in der Stadt
Heute fand im Rathaus von Bozen eine gemeinsame Pressekonferenz der Stadtgemeinde Bozen und der SEAB statt, bei der wichtige Neuerungen im Bereich der Abfallwirtschaft vorgestellt wurden, einschließlich der Aktualisierungen der Tarife für das Jahr 2025.
An der Veranstaltung nahmen der neue Umweltstadtrat Marco Caruso, der Leiter des Umweltamts Renato Spazzini, der Präsident der SEAB Kilian Bedin sowie der Generaldirektor Matthias Fulterer teil.
„Wir brauchen eine kontinuierliche und konkrete Zusammenarbeit mit SEAB, um bereits qualitativ hochwertige Dienstleistungen weiter zu verbessern und noch bürger- und unternehmensnäher zu gestalten – im Einklang mit der Zeit.“
Mit diesen Worten eröffnete Stadtrat Caruso die Pressekonferenz und kündigte regelmäßige Treffen zwischen Stadtverwaltung und SEAB an – mindestens einmal im Monat, bei Bedarf auch häufiger –, um aktuelle Probleme zu besprechen, Lösungen zu erarbeiten und kleine, aber wirkungsvolle operative Verbesserungen umzusetzen.
Altkleider: Straßensammelcontainer verschwinden – neues Sammelmodell kommt
„Die erste wichtige Neuerung“, so Caruso weiter, „betrifft die Sammlung gebrauchter Kleidung, die vollständig neu organisiert wird, um Effizienz und Stadtsauberkeit zu gewährleisten.“
Ab Mitte Juli wird die Sammlung von Kleidung, Schuhen und Accessoires ausschließlich beim Recyclinghof Bozen möglich sein. Die Straßensammelcontainer werden schrittweise bis zum Sommer entfernt.
Dieser Schritt ist durch zwei Faktoren motiviert: die Krise des internationalen Marktes für gebrauchte Textilien, die eine nachhaltige Entsorgung erschwert, und die häufige städtische Verwahrlosung durch Vandalismus und illegale Ablagerungen an den Sammelstellen.
Die Stadt Bozen und SEAB rufen die Bürgerinnen und Bürger zu einem bewussteren Umgang mit Altkleidern auf – durch Wiederverwendung, Spenden oder den Tausch bzw. Verkauf über Secondhand-Plattformen, Flohmärkte oder soziale Einrichtungen.
SEAB-Präsident Kilian Bedin betonte: „Diese neue Organisation der Sammlung dient nicht nur dem Schutz des Stadtbilds, sondern bietet auch einen effizienteren und respektvolleren Service, der den tatsächlichen Bedürfnissen der Gemeinschaft entspricht.“
Kampf gegen illegale Müllentsorgung: mehr Kontrollen und Strafen
Ein weiteres vorrangiges Ziel der Stadtverwaltung und SEAB ist die Intensivierung der Kontrollen gegen die nach wie vor weitverbreitete illegale Müllentsorgung, die erhebliche Umweltbelastungen und Zusatzkosten für die Allgemeinheit verursacht.
„Im Jahr 2024 wurden rund 1.700 Strafen verhängt“, erklärte Umweltamtsleiter Renato Spazzini, „dank des Einsatzes von zwölf Mehrfachkameras, die strategisch im Stadtgebiet platziert sind und die Identifikation beteiligter Fahrzeuge ermöglichen.“
Etwa ein Drittel der festgestellten Verstöße stammt von Personen aus Nachbargemeinden, was zusätzliche Entsorgungskosten für Bozen bedeutet.
Die Strafen betragen 200 Euro für Privatpersonen und 400 Euro für Unternehmen.
Spazzini fügte hinzu: „Viele Bürgerinnen und Bürger entsorgen Abfälle aus Bequemlichkeit oder Eile illegal, obwohl es geeignete Entsorgungsmöglichkeiten wie die Hausabholung, Straßensammelcontainer oder den Recyclinghof gibt. Es ist unverständlich, warum man sich für den illegalen Weg entscheidet, wenn das System gut funktioniert und allen offensteht.“
Auch Stadtrat Caruso bekräftigte: „Unser Ziel ist es keinesfalls, zusätzliche Einnahmen zu generieren, sondern diesem Fehlverhalten ein Ende zu setzen, das letztlich auf Kosten aller geht. Die Dienste sind vorhanden und der Recyclinghof ist an sechs Tagen pro Woche geöffnet.“
Abfalltarif 2025: maßvolle Anpassung und neue Sozialmaßnahmen
Im Rahmen der Pressekonferenz wurde auch die Anpassung der Abfalltarife für 2025 vorgestellt, wie im mehrjährigen Wirtschafts- und Finanzplan 2022–2025 (MTR-2 ARERA) vorgesehen.
Die Anpassung beträgt +8,7 % für Haushalte und +7,5 % für Unternehmen.
Für einen Einpersonenhaushalt bedeutet das rund 1 Euro mehr pro Monat, für einen Dreipersonenhaushalt etwa 1,80 Euro monatlich.
Die bereits bestehenden Ermäßigungen für ältere Menschen werden bestätigt:
50 % Reduktion für über 65-Jährige mit einem ISEE bis 20.000 Euro;
35 % Reduktion für über 65-Jährige mit einem ISEE zwischen 20.001 und 30.000 Euro.
Eine wichtige Neuerung stellt die Einführung des Sozialbonus Abfall dar – analog zum Sozialbonus für Strom und Gas.
Dieser Bonus umfasst einen automatischen Rabatt von 25 % auf die Abfallgebühr, rückwirkend ab dem 1. Januar 2025, für:
Haushalte mit einem ISEE bis 9.530 Euro
kinderreiche Familien (mindestens vier Kinder) mit einem ISEE bis 20.000 Euro
Der Bonus wird durch einen jährlichen Beitrag von 6 Euro pro Nutzer/in finanziert.
SEAB-Generaldirektor Matthias Fulterer unterstrich: „Trotz der Anpassung gehören die Tarife in Bozen weiterhin zu den niedrigsten im nationalen Vergleich: Im Jahr 2024 zahlte ein Dreipersonenhaushalt durchschnittlich 222 Euro im Jahr, verglichen mit einem italienweiten Durchschnitt von 329 Euro – das bedeutet eine Ersparnis von über 30 %.“